{"id":36,"date":"2025-11-06T20:44:40","date_gmt":"2025-11-06T19:44:40","guid":{"rendered":"https:\/\/zeitung.n-s-w.info\/?p=36"},"modified":"2025-11-06T20:44:40","modified_gmt":"2025-11-06T19:44:40","slug":"sara-frenkel-preis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zeitung.n-s-w.info\/index.php\/2025\/11\/06\/sara-frenkel-preis\/","title":{"rendered":"Sara-Frenkel-Preis"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit viel Engagement, Professionalit\u00e4t und Herzblut haben Mitglieder von Jugend- und Auszubildendenvertretung und der Berufsausbildung am Standort Wolfsburg den Sara-Frenkel-Preis 2024 von der Ausschreibung bis zur Preisverleihung organisiert. H\u00f6hepunkt war die Verleihung des Preises im Forum des Konzernarchivs. Mit dem Sara-Frenkel-Preis zeichnet Volkswagen seit 2019 Ideen und Initiativen junger Menschen aus, die f\u00fcr Respekt und Toleranz im Miteinander werben und zu Zivilcourage gegen Gewalt und Rassismus aufrufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werte und Verhaltensweisen, welche die Namenspatronin, Sara Frenkel-Bass, eindrucksvoll vorgelebt hat. Sie war von 1943 bis 1945 Zwangsarbeiterin im Volkswagenwerk in der damaligen Stadt des KdF-Wagens. Ihr Leben lang hat sie sich f\u00fcr die Werte Respekt, Toleranz und Zivilcourage und gegen das Vergessen engagiert. Und sie fordert zu einer aktiven Haltung auf: \u201eIch appelliere an die junge Generation: Seid wachsam, schaut hin, h\u00f6rt nicht weg. Steht zusammen und macht den Mund auf, wenn wieder \u00fcber Andersdenkende, Andersfarbige und Andersgl\u00e4ubige gehetzt wird. Das Leid von damals darf sich nicht wiederholen.\u201c Die heute 101-J\u00e4hrige lebt in Antwerpen (Belgien).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Arbeit gegen das Vergessen und eine aktive Erinnerungskultur haben f\u00fcr Konzernpersonalvorstand Gunnar Kilian seit je her einen hohen Stellenwert. Der Beitrag von Zeitzeugen wie Sara Frenkel-Bass zur Erinnerungsarbeit des Unternehmens ist dabei von unsch\u00e4tzbarem Wert: \u201eSara Frenkel teilt ihre Erfahrungen als \u00dcberlebende des Holocaust mit Generationen junger Menschen. Ihr unerm\u00fcdliches Engagement gegen das Vergessen und f\u00fcr unsere gemeinsamen Werte ist gerade in der aktuellen Zeit von gro\u00dfer Bedeutung. Der Sara-Frenkel-Preis repr\u00e4sentiert die Idee, dass jede und jeder von uns die M\u00f6glichkeit hat, Ver\u00e4nderungen zu bewirken, wenn wir nur den Mut dazu haben. Daher ist es wichtig, Ideen und Initiativen, die sich f\u00fcr Respekt, Toleranz und Zivilcourage stark machen, zu w\u00fcrdigen und zu f\u00f6rdern \u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats: \u201e\u2018Gegen das Vergessen \u2013 weg von Rassismus und Gewalt, hin zu Respekt und Toleranz.\u2018 So lautet das Motto des Sara-Frenkel-Preises. Leider ist diese Botschaft zurzeit aktuell und wichtig wie schon lange nicht mehr: Rechte Parteien gewinnen europaweit und auch dar\u00fcber hinaus an W\u00e4hlerstimmen. Im Nahen Osten eskalieren Konflikte massiv. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine dauert bereits drei Jahre. Vor unserer Haust\u00fcr finden antisemitische Demonstrationen von Islamisten und Linksextremisten statt. Und Anschl\u00e4ge wie auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt und den Demonstrationszug von ver.di-Kolleginnen und -Kollegen in M\u00fcnchen ersch\u00fcttern uns. Umso wichtiger ist der Einsatz unserer Jugend- und Auszubildendenvertretung, die den Sara-Frenkel-Preis ins Leben gerufen hat und die Preisverleihung gemeinsam mit der Berufsausbildung organisiert. Genau so entscheidend ist die Vielzahl an eingereichten Projekten von jungen Menschen, die sich f\u00fcr ein Miteinander und Zivilcourage einsetzen. Daf\u00fcr bedanke ich mich ganz herzlich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das in diesem Jahr mit dem Sara-Frenkel-Preis ausgezeichnete Forschungsprojekt&nbsp;von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern der Neuen Schule Wolfsburg befasst sich mit der Arbeit der j\u00fcdischen Medizinerin Hannah Peters.&nbsp;Die Zweitplatzierten, Sch\u00fclerinnen des Phoenix Gymnasiums hat eine Veranstaltung zum Holocaust-Gedenktag konzipiert und ausgerichtet. Die Gedenkveranstaltung umfasste eine Fotoausstellung, musikalische Beitr\u00e4ge eines Klezmer-Ensembles, ein Zeitzeugen-Interview, Vortr\u00e4ge und eine Podiumsdiskussion.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der dritte Platz geht an die Volkswagen Mechatroniker-Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr. Im Rahmen ihres Projekts soll mit Stolpersteinen speziell auf das Schicksal von Kindern aus der Region Wolfsburg aufmerksam gemacht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sara-Frenkel-Preis geht an die Neue Schule Wolfsburg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den 1. Preis erhielten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Neuen Schule Wolfsburg. Im Seminarfach \u201eGesundheit Natur &amp; Technik\u201c arbeiteten sie zu der j\u00fcdischen \u00c4rztin Hanna Peters und den j\u00fcdischen \u00c4rzten Alfred Sternthal und Siegfried L\u00f6wenthal aus Braunschweig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die j\u00fcdische \u00c4rztin Hannah Peters (1911 \u2013 2009) ist eine bedeutende \u00c4rztin und Forscherin des 20. Jahrhunderts. Sie wurde in Berlin geboren, ging in Braunschweig zur Schule, wanderte 1933 in die USA aus, weil die von den Nationalsozialisten ausgegrenzt und verfolgt worden war. Im Gesundheitsbereich forschte Dr. med. Hannah Peters \u00fcber Krankheiten, die speziell Frauen betrafen. Sie setzte f\u00fcr weibliche zumeist dunkelh\u00e4utige amerikanische Schiffsarbeiterinnen \u2013 \u201eRosies\u201c genannt \u2013 ein medizinisches Vorsorgesystem auf, was weltweit zum Standard wurde. Die Auswirkungen dieser Reihenuntersuchungen beispielsweise in der Krebsvorsorge sind bis heute die Grundlage unseres Gesundheitssystems.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die j\u00fcdischen \u00c4rzte Alfred Sternthal und Siegfried L\u00f6wenthal begr\u00fcndeten in Braunschweig die Nuklearmedizin. Mit ihren Forschungen schufen sie die Grundlagen f\u00fcr die Strahlentherapie. Dabei nutzen Sie die Forschungsergebnisse des Chemikers Friedrich Giesel, um in Braunschweig neue medizinische Ma\u00dfst\u00e4be zu setzen. Nach 1933 wurden sie trotz ihrer bedeutenden und gesellschaftlich anerkannten Verdienste in Braunschweig ausgegrenzt. Sie entzogen sich nach 1935 der Verfolgung durch Auswanderung nach Chicago und nach Tel Aviv, wo sie weiter auf diesem Gebiet praktizieren konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Partizipation von Jugendlichen ist ein Schl\u00fcssel f\u00fcr gelungene <\/strong><strong>Antisemitismuspr\u00e4vention<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEs ist wie eine Impfung gegen rechts \u2013 nur ohne Piks\u201c, meint eine Sch\u00fclerin. \u201eAntisemitismus ist anerzogen, nicht angeboren. Deshalb ist die Schule der richtige Ort, um Toleranz und Respekt zu trainieren \u2013 wie im Sport.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Projekt \u201eSpuren j\u00fcdischen Lebens im Braunschweiger Land\u201c st\u00e4rkt die Resilienz von jungen Menschen gegen Antisemitismus. Jugendliche aus der Region Braunschweig und Wolfsburg erarbeiten Biographien von J\u00fcdinnen und Juden, die das gesellschaftliche Leben zu ihrer Zeit in Deutschland stark gepr\u00e4gt haben. Das neu entstandene Wissen verhindert wirksam die Vorurteile gegen Menschen anderen Glaubens. Felix Klein, der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, ist der Schirmherr des Projekts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vater von Dr. Hannah Peters war einer der ersten zionistischen Maler, der Graphiker und Fotograf Ephraim Moses Lilien (1874 \u2013 1925). Seine Wirkungsorte liegen in der heutigen Ukraine, Polen Deutschland, \u00d6sterreich, der Slowakei Ungarn, der T\u00fcrkei und Pal\u00e4stina. Seine Bilder bereichern die Sammlungen von Museen in Berlin und Braunschweig, M\u00fcnchen und Z\u00fcrich, New York City und Los Angeles, Tel Aviv oder Jerusalem. Seit dem 26. M\u00e4rz 2025 feiert eine Ausstellung im Braunschweigischen Landesmuseum seinen 100. Todestag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Region rund um Seesen, Halberstadt, Wolfenb\u00fcttel und Braunschweig ist eine Wurzel des liberalen Judentums und der Neo-Orthodoxie. Die heutige Besch\u00e4ftigung mit diesem Thema f\u00f6rdert Respekt und Toleranz an Schulen und wirkt von dort aus in die Gesellschaft hinein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Volkswagen im Herbst 2016 Rabbiner Prof. Dr. Ismar Schorsch aus New York in die Neue Schule Wolfsburg einlud, beschrieb er vor mehr als 250 Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern als Zeitzeuge das reiche j\u00fcdische Erbe dieser Region. Es entstand die Idee, gemeinsam mit Jugendlichen dieser Schule das Wissen zu J\u00fcdischem Leben der Region zusammenzutragen. Viele Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Schule haben sich seitdem in Geschichtskursen und Arbeitsgemeinschaften mit diesem Thema besch\u00e4ftigt. Dabei stand der Reformer Israel Jacobson, \u00c4rztinnen wie Hannah Peters oder der Maler Ephraim Moses Lilien im Mittelpunkt. Ein Reisef\u00fchrer beschreibt die Ergebnisse der Jungforscher. Rabbiner Ismar Schorsch schrieb das Vorwort zur englischen Ausgabe. Die Webseite <a href=\"http:\/\/www.israel-jacobson.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.israel-jacobson.de<\/a> l\u00e4dt dazu ein, diese Region zu besuchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"post-excerpt\">Mit viel Engagement, Professionalit\u00e4t und Herzblut haben Mitglieder von Jugend- und Auszubildendenvertretung und der Berufsausbildung am Standort Wolfsburg den Sara-Frenkel-Preis&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":38,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"episode_type":"","audio_file":"","podmotor_file_id":"","podmotor_episode_id":"","cover_image":"","cover_image_id":"","duration":"","filesize":"","filesize_raw":"","date_recorded":"","explicit":"","block":"","itunes_episode_number":"","itunes_title":"","itunes_season_number":"","itunes_episode_type":"","footnotes":"","_members_access_role":[],"_members_access_error":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-36","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zeitung.n-s-w.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zeitung.n-s-w.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zeitung.n-s-w.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zeitung.n-s-w.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zeitung.n-s-w.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/zeitung.n-s-w.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":39,"href":"https:\/\/zeitung.n-s-w.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36\/revisions\/39"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zeitung.n-s-w.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/38"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zeitung.n-s-w.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zeitung.n-s-w.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zeitung.n-s-w.info\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}